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PULA, Stadt und Hafen im Südwesten Istriens. Die Stadt liegt im inneren Teil einer Bucht, die durch die Inseln Sveta Katarina, Sveti Andrija und Uljanik in drei
Hafenbecken geteilt ist. Pula ist der bedeutendste und größte Hafen in Istrien,
und die gut geschützte Bucht Pulski zaljev zählt zu den besten Naturhäfen an der
Adria. Die Stadt hat sich aus einer Burgsiedlung entwickelt (18. bis 15. Jh. v. Chr.); der
Name Pola stammt aus dem Illyrischen. Gegen Ende des 1. Jh. v. Chr. beginnt die
römische Kolonialisierung. Die Römer haben das System der illyrischen Festungen
erneuert und erweitert, und der Hügel, auf dem das Kapitol mit einer Reihe
öffentlicher Gebäude und Tempel lag, war besonders gut befestigt.
In dominierender Lage über dem Hafen liegt das römische Amphitheater (die
Bezeichnung Arena hat sich eingebürgert) aus dem 1.–2. Jh. mit einem
ellipsenförmigen Grundriß (132,45 mal 105,10 m) und einer Höhe von 30,45 m; es
konnte ungefähr 23 000 Zuschauer fassen. Es handelt sich um das sechstgrößte
erhaltene Amphitheater in der Welt. In südwestlicher Richtung verläuft das
Nymphäum, von welchem aus ein Weg zum Zwillings-tor (Porta gemina) aus dem
2. Jh. führt; über dem Tor befindet sich eine Inschrift. Durch das Zwillingstor
gelangt man zum Archäologischen Museum Istriens; vor ihm liegt ein Lapidarium
mit einigen Exponaten. Hinter dem Museum sieht man die Reste des römischen
Theaters mit erhaltenen Teilen der Orchestra und einem amphitheatralisch
angelegten Zuschauerraum. Vom Zwillingstor in Richtung Süden gelangt man zur
teilweise erhaltenen Stadtmauer mit dem Herkulestor (Porta Herculea, aus der
Mitte des 1. Jh. v. Chr.); vom Tor blickt der bärtige Herkules herab. Über den
Platz Portarat erreicht man den reich verzierten Triumphbogen der Sergier, der
kurz nach dem Jahre 31 v. Chr. an der Innenseite des Hauptstadttors errichtet
wurde (Porta aurea, 1829 eingestürzt). Vor dem einstigen Stadttor lag der große
römische Friedhof, den auch Dante in seiner Hölle (9. Gesang) erwähnt; einige
Marmorsarkophage von diesem Friedhof kann man im Museo civico Correr in
Venedig bewundern. Der Spaziergang durch das Zentrum von Pula ist wie ein
Ausflug in die Geschichte, die in jedem Stadtteil ihre Spuren hinterlassen hat.
Die vielen Kirchen der Stadt zeugen von der Kultur des Mittelalters und der
Neuzeit. Die Kapelle der ehemaligen Kirche Santa Maria Formosa ist ein schönes
Beispiel für die Architektur des 6. Jahrhunderts. In der Franziskanerkirche wird
ein Flügelaltar vom Ende des 14. Jahrhunderts bewahrt, der die istrische
Holzschnitzkunst der Gotik veranschaulicht. Die Domkirche Mariä Himmelfahrt
wurde im 5. Jahrhundert errichtet und später mehrmals umgebaut. Der Außen-
und Innenraum weisen daher verschiedene Stilrichtungen auf - von dem römischen
Sarkophag, der als Altar benutzt wird, über mittelalterliche Baufragmente bis
hin zur Renaissance.
An der Nordseite liegt der Augustus-tempel (der Göttin Roma und Kaiser Augustus
geweiht) aus dem 1. Jh. auf einem hohen Sockel, mit einem aus 6 korintischen
Säulen bestehenden Portikus und einer geschlossener Cella. Neben ihm steht das
Rathaus, das im Jahre 1296 an einen römischen Tempel (Diana) angebaut wurde;
die Rückseite des Tempels ist gut erhalten.
Pula ist heute ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit entwickeltem Schiffbau
(Werft “Uljanik”), Textil-, Metall- und Bauindustrie sowie Glasherstellung und
ein bedeutendes touristisches Zentrum (Jachthafen). Die Bedeutung Pulas als
Verkehrsknotenpunkt für gesamt Istrien ist insbesondere durch die Modernisierung
des Flughafens gewachsen.
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